Das bundesweite Treffen der Länderarbeitsgruppe (LAG) Herdenschutz

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Die Mitglieder der bundesweiten Länderarbeitsgruppe (LAG) Herdenschutz trafen sich vom 23. - 25. Mai 2022 im LBZ Echem. Im Zentrum der Tagung stand der Austausch darüber, wie in den Ländern mit der steigenden Präsenz des Wolfes in Deutschland umgegangen wird.


Was bisher nur online über Videokonferenz ging, konnte in diesem Jahr endlich wieder als Austausch in Präsenz stattfinden.

Beim Bundesweiten Herdenschutztreffen in Echem wurde länderübergreifend über die landesspezifischen Präventionsmaßnahmen (Förderungen), Billigkeitsleistungen und andere Problemlösungen diskutiert und beraten.

Das Land Niedersachsen beispielsweise fördert Weidetierhalter*innen die Anschaffung von Herdenschutzhunden und -zäunen. Nicht aber die laufenden Betriebsmittelkosten, wie Hundefutter, das Freischneiden von wolfsabweisenden Zäunen etc., wie es beispielsweise in Brandenburg der Fall ist.

Bei der Führung an unserer Musterzaunanlage berichte der Pferdehalter Carsten Dierks von seinen Erfahrungen beim Freischneiden von Zäunen mit einem einklappbaren Mähteller, den er sich mit einigen anderen Betrieben zusammen gekauft hat.

Doch nicht nur bei der LBZ-Musterzaunanlage wurden verschiedene Möglichkeiten zum Schutz vor Wölfen angeschaut und besprochen, sondern auch auf Exkursionen bei Schäfereien vor Ort.

Die Deichschäferei Erb nahe Bleckede Elbmarsch arbeitet nach vermehrten Wolfsübergriffen und nun schon seit ein paar Jahren erfolgreich mit Herdenschutzhunden (HSH). Die 14 Pyrenäen-Berghunde und Maremmanos leben 24 Stunden bei ihren Schafen im Pferch und verbellen jede mögliche Bedrohung für die Herde. Dies kann zu Spannungen zwischen den Schäfern und der ortsnahen Bevölkerung oder Touristen führen.

In der Glockenbergschäferei in der Lüneburger Heide werden zusätzlich zum Einsatz von wolfsabweisenden Zäunen und Herdenschutzhunden noch Kameras eingesetzt. Dieses nimmt enorm viel Arbeitszeit in Anspruch. Neben der Betreuung der HSH wird die Technik ausgewertet und beim Pferchwechsel neu eingerichtet. Doch es lohnt sich! Durch den Mehraufwand ist erstmals dieses Jahr noch kein Übergriff durch den Wolf erfolgt.

Insgesamt waren es drei Tage voller Vorträge, Diskussionen und Austauschrunden in denen die Teilnehmer*innen der LAG Herdenschutz voneinander lernen konnten.

 

 
Stand: 01.06.2022


Kontakt:
Elke Steinbach
Beraterin Koordination Herdenschutz, Fachberatung Verband niedersächsischer Ziegenzüchter e. V.
Telefon: 0441 801-639
Telefax: 0441 801-634
E-Mail: