© Dr. Dietrich Landmann
Haupteingang der LVA Echem 2002
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LVA Echem
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Immobilisationskurs beim LBZ Echem 2004
© Hans-Jürgen Wege
AMS-Stall im LBZ
© Hans-Jürgen Wege
Hoffest-Besucher 2015
© Andreas Tamme
Lehrsaal 5

Einst und heute

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Im Jahre 1895 gründeten einige hundert Rinderzüchter aus dem Raum Lüneburg-Uelzen-Winsen die "Lüneburger Herdbuchgesellschaft" mit dem Ziel, eine planmäßige Zucht zu organisieren, die Milchleistungskontrolle zu erweitern, Zuchtversteigerungen und Tierschauen abzuhalten und die Mitglieder beratend zu unterstützen.


Die ersten Jahre bis 1930
1924 gehörten der Zuchtvereinigung schon über 2.000 Mitglieder an, und es wurde beschlossen, eine zentrale Schulungseinrichtung in Form eines Lehrbetriebes zu schaffen, um den Mitgliedern und vor allem den Jungbauern in Theorie und Praxis Kenntnisse zu vermitteln, die das gesamte Spektrum der Viehhaltung, Futtergewinnung, Jungviehaufzucht bis hin zur sachgemäßen Milchgewinnung und den Umgang mit neuen Techniken und Maschinen beinhalten, und so Betrieben ein erfolgreiches Wirtschaften zu ermöglichen.
Als Standort für diesen Lehrbetrieb wurde letztlich der Hof von Gustav Kruse in Echem angepachtet und am 1. Februar 1925 wurde hier die "Lehrwirtschaft Echem" im Beisein einiger Prominenz aus der Region ihrer Bestimmung übergeben.
Die Verwaltung des Betriebes wurde dem Zuchtdirektor der Herdbuchgesellschaft, Dr. Karl Driehaus übertragen, die Betriebs- und Lehrgangsleitung übernahm der Dipl.-Landwirt Max Witt, unter dessen Führung der Lehrbetrieb in den ersten 10 Monaten so ausgebaut wurde, daß er nach einer Besichtigung durch Vertreter des Preußischen Landwirtschaftsministeriums am 23. Dezember 1925 den Titel "staatlich anerkannte Viehpflege und Melkerschule" führen konnte.
In den Jahren bis 1929 wurden die vorhandenen Gebäude umfassend ausgebaut. Ein neuer Kuhstall mit Betriebs- und Lehrmolkerei entstand, von wo seit 1929 die Echemer Vorzugsmilch in den Raum Lüneburg und das südliche Schleswig-Holstein vertrieben wurde. 1929 wurde der Pachthof von Kruse käuflich erworben. Zusätzlich kaufte man 82,5 ha von der aufgelösten Domäne Scharnebeck und legte durch Tausch, An- und Verkäufe größere Flächen zur Bewirtschaftung an.

1930 bis 1950
Am 18.09.1934 wurde die Herdbuchgesellschaft zwangsaufgelöst und in den NS-Reichsnährstand mit dem gesamten Kapital übernommen. Die Lehrwirtschaft wurde in "Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung" umbenannt und konnte ihre Arbeit, wenn auch ideologisch angepasst, fortsetzen.
1938 kaufte die LVA von Adolf Martin den Hofplatz an der Bleeke für Erweitungsbauten an. Dort entstanden Stallungen für Schweinezucht und -mast. Im Kriegsjahr 1941 errichtete die Wehrmacht auf dem Gelände eine Baracke für kriegsversehrte Landwirte und Landarbeiter, die hier auf die Einschränkungen ihres künftigen Berufslebens vorbereitet wurden. Ansonsten hatte der Krieg kaum Auswirkungen auf den Betrieb. Mit dem Kriegsende wurde auch der Reichsnährstand aufgelöst und die LVA wurde treuhänderisch der Landwirtschaftskammer Hannover unterstellt. 1950 erhielt der Betrieb die Anerkennung als Bundesfachschule.

1950 bis 2000
1952 wurde die Schweinemast und Leistungsprüfung erweitert. Dieser Betriebsteil ist 1961 auf dem von Peter Junge erworbenen Grundstück an der Landesstraße  neugebaut worden und 1964 um die Bullenmast- und Zuchtprüfungsanstalt erweitert worden. 1955 wurde ein neues Internats- und Wirtschaftshaus eingeweiht, 1956 eine Abteilung für landwirtschaftliche Bauberatung eingerichtet.

Bedingt durch ihre Aufgabenstellung erfährt die Lehr- und Versuchsanstalt eine ständige Modernisierung, um den Lehrgangsteilnehmern Wissen und Praxis auf dem aktuellen Entwicklungsstand der Landwirtschaft und Tierhaltung zu vermitteln. So wurde in den 70er und 80er Jahren auf dem ehemaligen Martin-Hof das neue Verwaltungsgebäude mit Kantine und Internatsräumen gebaut, Stallungen neu errichtet oder den Erfordernissen artgerechter Haltung entsprechend umgerüstet. Für die Bauberatung wurde ein neues Zentrum erstellt. Das ursprüngliche Betriebsgrundstück mit dem Kruse-Hof wurde damit von der Zeit überholt und schließlich veräußert.

Nach wie vor liegt der Schwerpunkt in der Rinderhaltung, aber auch der Umgang mit allen anderen landwirtschaftlichen Nutztieren gehört in das Ausbildungsprogramm. So wurden bis zum Ende der 50er Jahre Arbeitspferde gehalten, immer wieder einmal eine kleine Schafherde geführt, zeitweise Ziegen und Kaninchen und in den Anfangsjahren sogar ein paar Bienenvölker in kleinen für Ausbildungszwecke idealen Einheiten angeschafft und bis heute ist die Geflügelhaltung ständiger Bestandteil des Lehrbetriebes. Seit 1998 wird zusätzlich in einem Gehege am östlichen Ortsrand von Echem die Haltung von Damtieren erprobt. Am westlichen Ortseingang ist ein Schaufenster für extensive Rinderrassen aufgebaut worden. Hier stehen Mutterkühe mit Kälbern der verschiedenen Rassen bei Fuß.

Neben der überbetrieblichen Ausbildung der Landwirtschaftslehrlinge hat die LVA Lehrgänge in Klauenpflege, Betäuben und Töten landwirtschaftlicher Nutztiere, Wildhaltung, Geflügelhaltung und Immobilisation sowie für die Bereiche Fische, Schafe und Ziegen angeboten. Im Vordergrund standen und stehen der tier- und verhaltensgerechte Umgang und die artgemäße Betreuung der Tiere sowie die Einhaltung aller Tierschutzauflagen für unsere Tiere, die als Mitgeschöpfe im Tierschutzgesetz rechtlich verankert sind. Ende der 90er Jahre wurde das "Echemer Ausbildungsmodell für die Klauenpflege" entwickelt. Im Jahr 1997 hat die Lehr- und Versuchsanstalt unter Leitung von Dr. Dietrich Landmann einen Partnerschaftsvertrag mit IPC Dier Oenkerk in den Niederlanden zum Austausch von Ausbildern und Lerninhalten abgeschlossen (1. deutsches Kompetenzzentrum für Klauenpflege und Klauenhygiene) - ein weiterer Schritt zur regionalen Erweiterung der Aufgabengebiete.

1999 wurde der Betrieb in "Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung (LVA Echem)" umbenannt. Der gesamte Betrieb erfuhr eine gründliche Überprüfung und Umstrukturierung und wurde als erste landwirtschaftliche Bildungseinrichtung der Bundesrepublik nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.
Fast 13.000 Lehrgangsteilnehmer und Gäste sind jährlich zu verbuchen - so fließen von hier aus neben dem vermittelten Grundwissen auch immer neue Impulse in die Landwirtschaft.

Echemer Vorzugsmilch
Mehr als 80 Jahre wurde in Echem bis 2009 naturbelassene Vorzugsmilch hergestellt und vertrieben. Ein Qualitätsprodukt, welches vielfach durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft prämiert wurde - die letzten 19 Jahre erhielt sie sogar als höchste Auszeichnung 19 Mal in Folge eine Goldmedaille für hervorragende Qualität. Auf Grund von Umstrukturierungen und veränderten Gesetzesvorgaben wurde die Vorzugsmilchproduktion im Juni 2009 eingestellt.
 

Von der LVA zum LBZ
Seit 01.01.2012 wird die "Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung" unter dem Namen "Landwirtschaftliches Bildungszentrum (LBZ) Echem" geführt. Übergangsweise wird eine weitere Betriebsstätte neben Echem in Bad Zwischenahn-Wehnen unterhalten. Die unselbständige Einrichtung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gliedert sich in die Bereiche:

  • überbetriebliche Ausbildung (ü.A.) für Schweine- und Rinderhaltung des Ausbildungsberufes Landwirt
  • Landwirtschaftlicher Betrieb als Praxisbetrieb für die ü.A.
  • Fort- und Weiterbildung Landwirtschaft
  • Kompetenzzentrum Klaue
  • Schaufenster Landwirtschaft

Erweiterung und Modernisierung
Nach einer etwa fünfjährigen Planungs- und Bauphase wurden am 5. September 2015 mit einer großen Einweihungsfeier und einem vielbesuchten Hoffest die neuen Lehrwerkstätten Rind und Schwein eingeweiht. Ab Januar 2016 wird hier in Echem nun auch die überbetriebliche Ausbildung Schwein für alle Landwirtschafts-Auszubildenden in Niedersachsen durchgeführt.

Stand: 14.10.2016


Kontakt:
Martina Wojahn
Geschäftsführerin
Telefon: 04139 698-111
Telefax: 04139 698-100
E-Mail:


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"Ausgleichszulage"

Mit dieser Maßnahme werden landwirtschaftliche Betriebe in Gebieten unterstützt, die aus erheblichen naturbedingten Gründen benachteiligt sind. Ziel ist die dauerhafte Nutzung durch die Landwirtschaft und der Erhalt von nachhaltigen Bewirtschaftungsformen.

"Tierschutz"

Mit dieser Maßnahme wird die besonders tiergerechte Haltung von Mastsschweinen und Legehennen unterstützt.






Baumaßnahmen gefördert durch: