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© Karen Greve-Krause
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Entwicklung der Ausbildung in der Klauenpflege

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Die Huf- und Klauenpflege ist ein bedeutsames Thema. Schon im Altertum haben römische und griechische Schriftsteller von diesem Thema berichtet. Das Wissen wurde von Mensch zu Mensch auf der Basis von Erfahrungen weitergegeben. Je nach Region haben die Huf- bzw. die Klauenpflege bei Zug- und Tragtieren besondere Bedeutung gehabt. Die Grundfunktion des Laufens war stets und ständig Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bei der Pflege des "Fundaments der Tiere".


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Trennung der Zuchtrichtungen von Arbeitstieren (Ziehen und Tragen) und von Produktionsleistungen (Milch und Fleisch) immer deutlicher. Der Ausbildung von "moderner Klauenpflege" wurde immer größere Beachtung geschenkt.

"Die landwirtschaftlichen Organisationen, Landwirtschaftskammern, Züchtervereinigungen und Schulen unterstützen und fördern die Bestrebungen durch den Unterricht geeigneter Fachkräfte sowie durch Abhaltung von Lehrgängen in der praktischen Klauenpflege". (Andrist 1954)

Die Allgäuer Methode wurde zum Standard der Klauenpflege.

In Aulendorf einigten sich im Jahre 1982 die Lehr- und Versuchsanstalten als Hauptausbildungsstätten der Bundesrepublik auf gemeinsame Inhalte in theoretischer und praktischer Unterweisung bei der Klauenpflege. An der Bedeutung und der Notwendigkeit gab es bei fortschrittlichen Landwirten und Züchtern keinen Zweifel. (Clemente 1984/1995)

Mit den grundlegenden Arbeiten von Toussaint E. Raven aus den Niederlanden wurde ein nachvollziehbares Schema zur "Funktionellen Rindviehpediküre" entwickelt (Toussaint E. Raven 1993/ 1997). Die Forschungsarbeiten von mehreren Jahrzehnten und die praktische Umsetzung an der niederländischen Versuchsanstalt in Utrecht und Oenkerk haben das klare Schema der Klauenpflege weit über die Grenzen der Niederlande bekannt gemacht. Die einfache und leicht nachvollziehbare Handhabung war die Ursache für eine schnelle Verbreitung innerhalb der europäischen Länder.

Auf einem bundesweiten Symposium in Achselschwang 1996 haben sich alle Lehr- und Versuchsanstalten auf die funktionelle Rindviehpediküre entsprechend der Erkenntnisse von Toussaint E. Raven und des von ihm entwickelten Schemas zur Klauenpflege als Grundlage für die Ausbildung verständigt und geeinigt. Die veränderten Haltungsformen und das Wissen um die Entstehung und Vorbeugung von Klauendefekten sind Ausgangspunkt für die Fortschreibung der Ausbildung in der Klauenpflege gewesen. (Toussaint E. Raven 1993/ 1997; Hermann 1997)

Gemeinsame Schulungen und Ausbildungseinheiten für Ausbilder haben alle Lehreinrichtungen weiter nach von gebracht. Die enge Zusammenarbeit mit Tierärzten und Tiermedizinischen Hochschulen gibt immer deutlicher Hinweise auf die Grenzen von vorbeugender Pflege sowie Behandlung von Defekten und auf die Grenzen des einzelnen Klauenpflegers.

Berücksichtigt man die sich ständig veränderten Haltungssysteme, ist ein gutes Zusammenspiel zwischen Tierhalter und Klauenpfleger sowie Tierärzten heute Grundvoraussetzung für ein gutes und gesundes Fundament unserer Kühe. Aspekte des Tierschutzes und der Arbeitssicherheit sowie die regelmäßige und tiergerechte Betreuung von unseren landwirtschaftlichen Nutztieren gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. (Landwirtschaftskammer Hannover 1994/ 1995)

Alle der oben aufgeführten Einzelelemente zusammen sind heute in der Ausbildung von Klauenpflegern miteinander vernetzt und eingebunden. Fachlich hochqualifizierte Ausbilder vermitteln Kenntnisse und Fähigkeiten in den Grundkursen und Sach- und Fachkunde bei den vertiefenden Lehrgängen für professionelle und staatlich geprüfte Klauenpfleger an. Neben der Grundausbildung und den vertiefenden Angeboten veranstalten verschiedene Lehr- und Versuchsanstalten jährlich eintägige Fortbildungsseminare für Landwirte, Klauenpfleger und Tierärzte an, um praktisches Wissen zu aktualisieren.

Die Entwicklung von methodisch didaktischen Ausbildungsmodellen zur Weiterentwicklung der Grundlagen der Arbeit von Toussaint E. Raven wird uns in den nächsten Jahren noch weitere Möglichkeiten bei der Verbesserung und Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung in der modernen und den Haltungssystemen angepassten Klauenpflege aufzeigen.

Stand: 14.06.2018


Kontakt:
Franziska Paul
Koodinatorin Kompetenzzentrum Klaue
Telefon: 04139 698-116
Telefax: 04139 698-100
E-Mail:


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