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© Karen Greve-Krause
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Klauenpflege - eine Ausbildung mit Zukunft

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Veränderte Haltungsbedingungen wie z. B. Boxenlaufställe und ganzjährige Stallhaltung haben zu höheren Anforderungen an die Fundamente der Kühe geführt. Die Abgänge von Milchkühen auf Grund von Klauenerkrankungen sind von 1970 bis 2010 um ein Mehrfaches gestiegen (von etwa 2 auf 14 %). Der wirtschaftliche Verlust wird bei verschiedenen Autoren mit bis zu 350,00 Euro pro Lahmheit beziffert. Die veränderten Haltungsbedingungen und gesteigerte Leistungsansprüche fordern hier ihren Tribut und erfordern eine sach- und fachgerechte Klauenpflege.


Im Echemer Ausbildungsmodell sind die elementaren Erkenntnisse zur funktionellen Klauenpflege des Niederländers Egbert Toussaint Raven und der niederländischen Schule PTC+ (ehemals: IPC PLANT. DIER) aus Oenkerk mit modernen, pädagogischen und didaktischen Methoden verknüpft.

Durch die jeweiligen Lernzielkontrollen und Abschlussprüfungen weisen die Lehrgangsteilnehmer nach, dass sie das erforderliche praktische Können sowie die theoretischen Grundlagen und Fachkenntnisse für eine Tätigkeit in der Klauenpflege besitzen, und sie selbstständig tätig werden können. Das Echemer Ausbildungsmodell bietet als Einstieg z. B. einen Schnupperkurs an (Tageskurs mit 6 bis 8 Stunden). Im Grundkurs werden dann die Grundlagen der Klauenpflege vermittelt (54 Schulungseinheiten und Lernzielkontrolle).
Die ersten Verordnungen über Fortbildungsprüfungen zum/zur geprüften Klauenpfleger/in wurden 1996 durch das Sächsische Staatsministerium und das Niedersächsische Ministerium für Ernährung , Landwirtschaft und Forsten erlassen. Seit dem Jahr 2011gibt es eine bundeseinheitliche Verordnung zum Abschluss "Geprüfter Klauenpfleger/ Geprüfte Klauenpflegerin" und „Fachagrarwirt Klauenpflege/ Fachagrarwirtin Klauenpflege “.
Die Ausbildung zum Geprüften Klauenpfleger besteht aus 10 Mentoreneinheiten (200 Schulungseinheiten), die in geblockter Form innerhalb von 8 Monaten angeboten werden. Der Abschluss führt zum „Geprüften Klauenpfleger“ bzw. zur „Geprüften Klauenpflegerin“. Zwischen den Mentoreneinheiten gehört die eigenverantwortliche Weiterbildung durch die Ausübung der praktischen Klauenpflege zum Grundprinzip des praxisorientierten Lernens. Die Begleitung erfahrener Berufskollegen (Mentoren) ist in den vergangenen Jahren immer bedeutender geworden.
Die Ausbildung zum Fachagrarwirt umfasst 400 Ausbildungsstunden und führt zum Abschluss Fachagrarwirt/in Klauenpflege. Mit diesem Abschluss besteht jetzt ein kompletter Ausbildungsplan in der Klauenpflege, der sowohl zu den Besamungs- als auch Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierproduktion passt.

Das Echemer Ausbildungsmodell und die neue Prüfungsordnung waren nur durch die Zusammenarbeit mit den Tierärzten der damaligen Landwirtschaftskammer Hannover (heute LWK Niedersachsen) und den Mitarbeitern der Tierärztlichen Hochschulen Hannover und der Klinik für Rinderkrankheiten Berlin möglich. Wissenschaft, Forschung und Praxis waren in idealer Weise miteinander verknüpft: Abgestimmt auf die Notwendigkeiten der Landwirte erfährt die Forschung die entsprechenden Impulse, deren Ergebnisse sich wiederum in der Ausbildung zu moderner Klauenpflege wiederspiegeln.

Klauenpflege
Klauenpflege

Seit 1993 wurden in Oenkerk für die Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung in Echem Klauenpfleger und Ausbilder professionell ausgebildet. Aus dieser Zusammenarbeit hat sich unter der Leitung von Dr. Dietrich Landmann das Echemer Modell zur funktionellen Klauenpflege entwickelt. Mittlerweile haben die Niederländer in Oenkerk das mehrstufige Ausbildungsmodell aus Echem bei sich eingeführt.
Heute verstehen sich die PTC+ (vorher: IPC PLANT.DIER) und das LBZ Echem als gleichberechtigte Partner in einer verbindlichen Kooperation in Sachen gemeinsamer Ausbildung von Ausbildern. Im August 1997 wurde dies durch die Präsidenten der jeweiligen Bildungsträger unterzeichnet. Das Ergebnis dieser Kooperation kann sich sehen lassen: Über 100 professionelle Klauenpfleger wurden nach dem Echemer Ausbildungsmodell in Niedersachsen ausgebildet und erhielten den Abschluss „Geprüfte/r Klauenpfleger/in“. Nur ausgebildete und geprüfte Klauenpfleger, die sich regelmäßig fort- und weiterbilden, sollten im professionellen Einsatz vor Ort bei den Landwirten im Einsatz sein. Eine Adressliste der geprüften Klauenpfleger, die den Landwirten servicemäßig zur Verfügung stehen finden Sie unter diesem Link: Adressliste Geprüfter Klauenpfleger.

Vereinheitlichung von Ausbildungsinhalten, Diagnoseschlüsseln, gleichen Befunden und Dokumentationsvorgaben ermöglichen ein hohes Ausbildungsniveau an verschiedenen Ausbildungsstätten in Deutschland und Europa.
Mit dem Zusammenwachsen im vereinten Europa, verbunden mit der Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen in verschiedenen Ausbildungsstätten der einzelnen Länder in Europa, ist auch im Bildungsbereich ein Austausch unumgänglich. Seit über sieben Jahren gibt es regelmäßig internationale Multiplikatorentreffen für Klauenpflege- und Klauenhygiene in verschiedenen Ländern Europas. Bis zu 11 verschiedene Nationen haben an den einzelnen Treffen teilgenommen - der richtige Schritt in Richtung "European Hoof Care".

Für Informationen zur Ausbildung Klauenpflege und zu anderen Fragen Rund um die Rinderklaue steht Ihnen das Ausbildungsteam des LBZ Echem gerne zur Verfügung.

Literatur

  • Bildung und Beratung, aid, 6/2002, Bonn (D), ISBN 1618-9833
  • Echemer Ausbildungsmodell zur funktionellen Klauenpflege, LVA Echem, 1994, Echem (D)
  • DLG-Leitfaden: Klauenpflege - mit Sicherheit für Mensch und Tier
  • DLG-Leitfaden: Klauenerkrankungen
  • DLG-Leitfaden: Klauenhygiene
Stand: 14.06.2018


Kontakt:
Franziska Paul
Koodinatorin Kompetenzzentrum Klaue
Telefon: 04139 698-116
Telefax: 04139 698-100
E-Mail:
Dr. med. vet. Jörg Willig
Tierarzt im Rindergesundheitsdienst
Telefon: 0441 801-641
Telefax: 0441 801-666
E-Mail:


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